Fotografin Gabriele Seitz zeigt „Poesie der Kontraste”

Die Radbeuler Künstlerin stellt ihre Werke derzeit in der Galerie Sybille Nütt aus.
Begleitend dazu erscheint ihr erster Katalog.

Als Gabriele Seitz Jack Panzo zum ersten Mal sah, da wusste sie sofort, dass sie ihn fotografieren muß. Die Radebeuler Künstlerin sprach den angolanischen Trommler an – und er war bereit. „Wir haben bei mir im Wohnzimmer angefangen”, erinnert sich Seitz, „und dann fragte er mich, ob er seine Freundin mitbringen könnte.” – Die Fotografin hatte nichts dagegen und war entzückt, als sie Nazanin Zandi das erste Mal sah. Denn auch die Iranerin war ein perfektes Motiv für sie.

„Mit den beiden konnte ich endlich Fotos machen, die den Gedanken der Völkerverständigung wirklich transportieren”, so die Künstlerin, die sich schon seit Jahren mit der Kamera unter den Ausländern in Dresden bewegt und ihre Kraft, ihre Freude und Trauer auf ganz eigene Weise einfängt.

Jack und Nazanin – schwarz und weiss, Mann und Frau, Stärke und Anmut. Auf den Fotos strahlen beide eine große Wärme aus, wenn sie die verschiedenfarbigen Hände ineinanderschlingen, sich umarmen oder den Kopf auf die Schulter des anderen legen. Aus den Zweier-Fotos wird eine Triade, als Jasmin dazukommt, ihr Kind. „Diesen Wirbelwind einzufangen, war schwierig”, erzählt Gabriele Seitz. „Ich wollte keinen Blitz verwenden und musste viele Fotos machen.” Ein schwarzer Vorhang, eine Schreibtischlampe – einfache Mittel hatte die Radebeulerin zur Verfügung. Das Ergebnis ist verblüffend.

Birgit Andert, Sächsische Zeitung, 26.09.2008